Eine kleine Geschichte der Vogelhaltung
In schriftlichen Werken aus der Antike, vor allem aus Griechenland, werden Vögel allerdings schon als zahme Haustiere beschrieben. So waren Stieglitze, aber auch Dohlen, beliebte Hausgenossen.
Schon früh fand man heraus, dass es manchen Vögeln gelang die menschliche Stimme nachzuahmen. Um diesem Kunststück beizuwohnen wurden hauptsächlich Raben, Stare und Dohlen gehalten. Erst 327 v. Chr. nach dem Indienfeldzug von Alexander dem Großen wurden auch Papageien bekannt.
Diese wurden dann zur Zeit der Römer bereits systematisch im Sprechen unterrichtet. Den Wert von Papageien, kann man auch in den damals verwendeten Käfigen, die mit Edelsteinen und Elfenbein besetzt waren, ermessen.
Aus der Zeit des frühen Mittelalters ist nur wenig über die Vogelhaltung bekannt. Es dürften aber sowohl bei Hofe als auch im einfachen Volk Vögel gehalten worden sein. Erst mit dem Ausbau der Handelswege und den Kreuzzügen kamen wieder verstärkt exotische Vogelarten nach Europa.
In den Jahren um 1580 wurde damit begonnen, auf den Kanarischen Inseln Kanarien für den Export nach Spanien und Italien zu züchten, von wo sie nach Österreich gelangten. Daraufhin hat sich dort zu Beginn des 17. Jahrhunderts in Tirol ein Zentrum für die Zucht von Vögeln entwickelt.
In den Jahren um 1840 waren Kanarien in England sehr beliebt. Es wurden zahlreiche neue Rassen gezüchtet, von denen der Großteil heute noch existiert.
Um 1850 begann in Europa ein regelrechter Boom, was Wellensittiche betrifft. 1860 wurden bereits bis zu 50.000 Wellensittiche im Jahr importiert. 1872 wurde mit der Farbe gelb die erste von vielen Farbmutation gezüchtet. Diese Farbenvielfalt dürfte wohl auch ein Grund für die Beliebtheit der Wellensittiche sein.
Heute ist der Import von Vögeln für diese nicht mehr so beschwerlich wie noch zu Anfang des 20. Jahrhunderts. Inzwischen gibt es viele Gesetze zur Einfuhr und zur Sicherheit der Vögel. Außerdem wurde in den einzelnen Ländern Europas eine große Anzahl von Vereinen und Verbänden gegründet, die sich sowohl um das Wohlergehen der Vögel, als auch um die Zucht kümmern.