Handy-Gebuehren runter
Besonders hat es Reding auf die so genannten Terminierungsentgelte abgesehen. Diese fallen für Gespräche zwischen zwei verschiedenen Mobilfunknetzen an und sind nach Auffassung der EU derzeit zu hoch. So plant man eine langfristige Senkung dieser Gebühren auf weniger als 2 Cent je Minute. Derzeit liegen die Entgelte noch bei knapp 10 Cent je Minute. Problematisch dürfte die Senkung dieser Terminierungsentgelte deshalb sein, weil sie eingeführt worden sind, um die eigenen Mobilfunfnetze zu finanzieren, die vor einigen Jahrzehnten für viel Geld aufgebaut worden sind.
Während in einigen Ländern Preise von circa 8 Cent üblich sind, können die Terminierungsgebühren je nach Land auch um bis zu 20 Cent schwanken, so dass die EU für europaweite Einheitlichkeit bei den Mobilfunkpreisen sorgen will. Während dies momentan Sache der nationalen Regierungen sei, werde man die Beschlüsse jedoch EU-weit nicht ohne Weiteres hinnehmen, kündigte Reding an.
Erst im Winter letzten Jahres wurden die Gebühren in Deutschland auf 7,92 Cent für Vodafone und T-Mobile sowie auf 8,8 Cent für O² und E-Plus gesenkt. Ebenso wurden die Roaming-Gebühren vor einigen Monaten deutlich gesenkt, was das Telefonieren im europäischen Ausland deutlich günstiger machte.
Generell zeichnet sich nach Auffasung vieler Mobilfunk-Experten eine Trendwende bei der Finanzierung von Handy-Gesprächen ab. So wird gar von einem baldigen Ende der bisherigen Handy-Gespräche gesprochen. In der Tat zeichnet sich ein Trend ab, wie er vor einigen Jahren beim Internet- und Festnetz-Bereich fusioniert ist. Wie viele Experten voraussagen, werden die Mobilfunkanbieter langfristig wohl zu reinen Datentransporteuren, die Kombipakete mit Internet-, Mobilfunk- und Festnetz-Flatrates anbieten werden. So ist es durchaus denkbar, dass Kunden einen Pauschalpreis bezahlen und damit unbegrenzt Daten versenden können – Datenverkehr im Sinne von Gesprächen (Mobil und Festnetz) sowie Internetdaten.